Reisebloggercamp 2019 Spezial in Leipzig: das Klassentreffen der Reisebloggerbranche.

Das Reiseblogger Barcamp „Spezial“ fand an einem Novembersamstag in Leipzig statt. „Spezial“, weil eben nicht wie sonst im April und auch nur an einem und nicht an zwei Tagen. Wenn du jetzt denkst, dass es aufgrund der Verkürzung weniger Input gab – nope. Gefühl habe ich dieses Mal sogar mehr Themen auf dem Zettel. Wie auch zuvor schon bei den Barcamps in Wolfenbüttel (2018) und Bremen (2017) kommt danach immer der „Barcamp-Blues“, weiß Barcamp Organisatorin Romy von snoopsmaus. Es ist ein wenig wie damals nach der Klassenfahrt oder dem Urlaub im Sommerferiencamp: Nach Diskussionen, Austausch und einfach nur Kaffeetrinken mit Menschen, die für das gleiche brennen wie du, fällt es immer ein wenig schwer, danach wieder in die reale Welt einzutreten.

Foto & Tweet: Synke Nepolsky / Synke unterwegs

Ein Barcamp – was ist das überhaupt?

Es ist ein alter Witz und ich geb’s zu, anfangs hatte ich den Wortteil „Bar“ tatsächlich auch für bare Münze genommen. Und so ganz falsch lag ich damit zumindest in Wolfenbüttel nicht – schließlich ist hier ja die Heimat des legendären Jägermeisters. Aber auch in Leipzig ließ es sich trefflich trinken, wie man erkennen kann:

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Manchmal kann man das „Bar“ in Barcamp dann aber doch wörtlich nehmen. Foto & Insta-Post. 2onthego_reiseblog

Scherz beiseite: ein Barcamp ist eine Unkonferenz, d.h. es gibt kein vorab festgelegtes Programm. Innerhalb eines Barcamps werden verschiedene Themen behandelt, die zu Beginn der Veranstaltung von den Teilnehmern vorgestellt werden. Sessionplanung nennt man den Moment, an dem jeder, der mag, ein Thema vorstellt, das er gerne in einer der 45-minütigen Barcamp-Sessions behandelt haben möchte. 

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So sieht eine typische Barcamp Sessionplanung aus. Foto & Insta-Post: Udo Telaar

Du bist das Barcamp

Um ein Thema vorzuschlagen, kann man Experte in einem Gebiet sein – muss man aber nicht. Du kannst auch eine Frage stellen, die du gerne diskutieren möchtest, oder von der du dir Hilfe oder eine Lösung erhoffst. Oder, wie ein alter Barcamp-Hase treffend ausdrückte: „Du bist das Barcamp“. Die Gesamtheit der Teilnehmer stimmt dann per Handzeichen ab, ob die Session interessant ist oder nicht. Es kann also schon sein, dass mal eine vorgeschlagene Session nicht stattfindet, oder in einem kleineren Raum. Denn, auch das ist ein Grundprinzip der Barcamps: Sessions können gleichzeitig stattfinden, in verschiedenen Räumen – für Leute mit FOMO wie mich nicht immer einfach, wenn zwei interessante Sessions zur gleichen Zeit behandelt werden.

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Das Barcamp lebt von deiner Teilnahme. Foto & Tweet: Nicolo Martin

Über den Tag verteilt finden mehrere Sessions statt, jede davon dauert 45 Minuten. So ist im Groben die Idee und der Verlauf eines Barcamps. Übrigens: Barcamps gibt es zu allen möglichen Themen und in den verschiedensten Branchen: Tourismus-Barcamps, Social-Media-Barcamps, Politik-Barcamps, Kunst-Barcamps und sogar Kirchen-Barcamps.

Wenn du dich noch etwas mehr im Detail über Barcamps informieren willst, lies die umfassende Erklärung vom Barcamp Experten Jan Theofel.

Barcamp: nicht ohne mein Twitter

Auf Barcamps wird viel getwittert. Anders als beim Fight Club gilt hier die Devise: Sprich über das Barcamp – create some buzz! Jedes Barcamp hat sein eigenes Hashtag, so findet man einfach alle Tweets, die dazu erstellt worden sind. In Leipzig hatten wir sogar zwei: #rbcamp19 und #rbcamp19spezial.

Ein ReiseBloggerCamp, so viele Hashtags. Ein Barcamp ohne Twitter ist kein Barcamp!

Neben Twitter geht es natürlich auch auf Facebook, Instagram und andern Plattformen rund. Aber Twitter ist und bleibt das Hauptmedium eines jeden Barcamps.

ReiseBloggerCamp in Leipzig

Das ReiseBloggerCamp ist, wie du es vom Namen höchstwahrscheinlich schon vermutet hast, ein Barcamp für Reiseblogger. Einmal im Jahr treffen sich ungefähr 60 Reisebloggerinnen und Reiseblogger an einem Ort, um an zwei Tagen ein Barcamp über die Freuden und Leiden des Bloggens über Reisen zu sprechen. Romy Mlinzk, selbst Bloggerin und Social-Media-Expertin seit vielen Jahren, organisiert die jährlichen Reiseblogger Barcamps – immer in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Tourismusmarketing-Verantwortlichen des Ortes, in der das ReiseBloggerCamp stattfindet.

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Das ReiseBloggerCamp 2019 fand innerhalb der Touristik & Caravaning statt. Foto & Tweet: Marion Schäfer

Das ReiseBloggerCamp ist ein echtes Highlight im Reisebloggerleben: es wird hier nicht nur Wissen ausgetauscht: virtuelle Bekanntschaften werden zu echten Freunden, Zusammenarbeiten und Pläne werden geschmiedet. Zugleich wird ein neuer Ort aus den verschiedensten Reiseblogger-Perspektiven entdeckt. Wenn du auch über Reisen bloggst, solltest du das nächste ReiseBloggerCamp nicht verpassen – alle Infos findest du hier. Wenn du im Tourismus-Marketing arbeitest, überleg dir doch mal, ob deine Stadt bzw. deine Region Lust und Budget hat, so ein Reiseblogger Barcamp auszurichten. Dass sich das durchaus lohnen kann, ist besonders schön im echtlessig-Blog der Stadt Wolfenbüttel zu lesen.

Im November 2019 fand das ReisebloggeCamp in Leipzig innerhalb der Tourismus & Caravaning Messe statt und ich bin schon gespannt, was ich bald alles darüber lesen werde. Denn viele von uns Reisebloggern waren zuvor noch nie in Leipzig und sehr angetan von der Schönheit der Stadt, die wir bei drei thematisch unterschiedlichen Stadtführungen entdecken konnten. Die sächsische Gastfreundschaft ist keine Mär – wir haben sie live erlebt. 

So, genug der Theorie, jetzt willst du sicher wissen, was meine „Takeaways“ aus dem Reiseblogger Barcamp in Leizpig waren. Bitteschön!

5 Erkenntnisse aus dem ReiseBloggerCamp über Reiseblogger

Eins noch vorneweg: Ich benutze hier im Text keine Zwinkersmileys. Das Zwinkersmiley musst du dir manchmal einfach denken. Ich habe keine Deutungshoheit über Reiseblogger – ich weiß darüber zwar deutlich mehr als meine Tante Uschi, aber garantiert weniger als Reiseblogger, die deutlich mehr als meine vier Jahre im Geschäft sind. Meine Erkenntnisse sind rein subjektiv und manchmal durchaus pauschalisierend.

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Bitte weiterlesen, es gibt #pugcontent. Foto: Romy Mlinzk

1. Reiseblogger sind nicht immer einer Meinung

…und schaffen es dennoch, eine sehr faire Diskussion zu führen. Die Welt wäre ein ganzes Stück besser, wenn auch auf anderen Ebenen trotz gegensätzlicher Meinungen so konstruktive Debatten entstehen würden wie in den Sessions beim Reiseblogger Barcamp. Seine Meinung zu sagen, ohne Angst haben, dafür verurteilt zu werden und nicht schon mit einer vorgefertigten Antwort antreten, sondern über Argumente von anderen nachzudenken – sehr bereichernd für alle Beteiligten.

Foto & Tweet: Jessica Niedergesäß / yummytravel.de / yummymedia.de

2. Reiseblogger sind sich ihres Einflusses bewusst

…und der damit einhergehenden Verantwortung. In einer sehr spannenden Session ging es um Nachhaltigkeit als Reiseblogger. „Eine weitere Flugscham-Debatte,“ dachte ich zunächst. Aber es ging um sehr viel mehr als das (auch wenn die Fliegerei immer ein wichtiger Bestandteil dieser Diskussion ist). Wenn Reiseblogger sich dafür entschieden haben, bestimmte Orte nicht auf Instagram zu markieren, weil diese sonst vielleicht überrannt werden würde oder wenn Reisefotografie-Blogger auf bestimmte Bilder trotz quasi garantiertem viralen Wow-Effekt verzichten, weil sie damit nicht zu Unfug anstiften wollen – dann ist das ein deutliches Beispiel dafür, dass sich Reiseblogger ihre Vorbildrolle ernst nehmen und nicht nur geil auf Klicks und Likes sind.

3. Reiseblogger sind am Puls der Zeit

…aber machen nicht jeden Sch*** mit. Die Session zum Thema „TikTok – ist das gut oder kann das weg?“ führte zu viel Erheiterung. Eine Erkenntnis (Zitat einer Teilnehmerin: „TikTok ist ein bisschen wie RTL2 – viele gucken es, aber keiner gibt’s zu.“) Man muss manches eben einfach erstmal ausprobieren, um mitreden zu können.  Die nächste Generation an Reisebloggern dreht wahrscheinlich just in diesem Moment 15-sekündige Travel-Videos für die extrem gehypte App – und in London gibt es die erste Agentur für TikTok Influencer.

4. Reiseblogger stehen auf Möpse

…neee, nicht was du jetzt wieder denkst. Es geht hier nämlich um einen einzigen, ganz bestimmten Mops. Mopsdame Pauli, ihres Zeichen #dogfluencer, pardon, #mopsfluencer und Bloggerin, war der unangefochtene Star beim Reiseblogger Barcamp. Kein Wunder, wer kann diesen Augen schon widerstehen?

Mopsfluencerin Pauli. Foto & Tweet: Britta Beumer/Genussgier

5. Reiseblogger sind nicht gleich Reiseblogger

Es gibt Vollzeit-Reiseblogger, Hobby-Reiseblogger, Reiseblogger mit Fokus auf Fernreisen, Fotografie, Kurztrips, Slow Travel, Zugreisen, Essen, Familienreisen, Brandenburg, Japan, Reisetipps, Reisegeschichten, Ü50, Solo Traveling, es gibt Reisebloggerinnen die schon ewig dabei sind und Reiseblogger, die grade erst starten. So verschieden wir sind, so sehr eint uns die tiefe Sehnsucht nach dem, was es da draußen so alles zu entdecken gibt.

Reisebloggercamp 2019 Leipzig: noch mehr Input

Dieser Artikel konnte nur entstehen, weil viele Reisebloggerinnen und Reiseblogger dafür gesorgt haben, dass ich zum Schreiben inspiriert wurde. Besonderer Dank geht an diejenigen, deren Bilder, Tweets und Instagram Posts ich hier zweitverwerten durfte: Synke von Synke Unterwegs, Gina und Marcus von 2 on the go, Udo von Waldhelden und Udo Telaar Online Marketing, Nicolo von Nicolos Reiseblog, Marion von Escape from Reality, Romy von snoopsmaus, Britta von Genussgier und Jessica von Yummy Travel. Auf Yummy Media findest du einen weiteren, sehr lesenswerten Beitrag über das ReiseBloggerCamp 2019.

Mein Dank gebührt natürlich auch allen Organisatoren und an der Orga beteiligten, allen voran Romy, Leipzig Tourismus und die Messe Stuttgart, die die Touristik & Caravaning 2020 ausgerichtet hat.

5 Erkenntnisse über Reiseblogger – ReiseBloggerCamp 2019 in Leipzig

4 Gedanken zu „5 Erkenntnisse über Reiseblogger – ReiseBloggerCamp 2019 in Leipzig

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