die magie der worte

Glaubst du an die magische Kraft der Worte? Mit diesem Satz begann der Aufruf zu meiner allerersten Blogparade auf meinem Texterblog. Ich wollte von dir – also Leserinnen dieses Blogs, Autoren, Texterinnen, Blogger, Journalisten – wissen, ob Worte Magie für dich sind und wie du diese Magie umsetzt oder wahrnimmst. Als ich diese Blogparade recht spontan ins Leben gerufen und den Blogpost dazu veröffentlich habe, hätte ich nicht mit dieser Resonanz gerechnet.

Ich dachte, dass vielleicht maximal drei Leute teilnehmen – aber dass nun insgesamt zehn Beiträge entstanden sind, freut mich riesig! Was mich am meisten daran begeistert, ist dass jeder Artikel das Thema aus einer ganz eigenen Perspektive beleuchtet. Genau das hatte ich mir erhofft: dass du und ich aus den verschiedenen Betrachtungsweisen lernen, inspiriert werden und auch mal über den eigenen Tellerrand hinwegdenken. Nun aber Vorhang auf für die Zusammenfassung der Beiträge zu meiner Blogparade #wortesindmagisch!

Die Magie der Sprache

Mona von Take the long way findet den Zugang zur Magie der Worte durch unterschiedliche Sprachen. Bei ihrer Reise nach Moldawien merkt sie, wie „Sprache mich zum Freund oder Feind werden lässt.“ Eine sehr spannende Erkenntnis aus Monas Blogpost ist für mich auch, wie sie als in Rumänien Aufgewachsene, die schon lange in Deutschland lebt, manche Worte in ihrer Muttersprache gar nicht kennt – weil es eben Worte wie W-Lan oder Mobiltelefon noch gar nicht gab, als sie das Land verlassen hat.

Um „Sprache als Lebensgefühl“ geht es, wenn Mona von ihrem Sehnsuchtsziel Norwegen und der norwegischen Sprache erzählt, die bei ihr jedes Mal ein Kribbeln im Bauch verursacht. Das kenne ich gut – mir geht es so, wenn ich zum Beispiel spanisch oder englisch mit schottischem Akzent höre. Den ganzen Beitrag von Mona liest du auf Take the long way.

Verzauberte Wortmomente

Sehr berührt hat mich der Beitrag von Karin von Buchgefieder. Sie erzählt von vielen kleinen „verzauberten Wortmomenten“ und einem großen, der sie tief geprägt hat: „Dieses Gespräch verzaubert mich bis heute. 889 Tage sind seit diesen Worten vergangen. Sie schweben immer in mir, sie trösten mich, sie heilen mich.“ Dieses Erlebnis war so prägend, dass Karin daraufhin den Entschluss gefasst hat, bewusster mit Worten umzugehen.

„Ich möchte niemanden vollquatschen, außer meine Herzmenschen vielleicht, weil die wissen, wie ich etwas meine. Generell möchte ich mehr Gespräche führen, die nicht nur mich bereichern. Ich möchte zuhören, wo es gebraucht wird und mich selbst öffnen, wo mir zugehört wird. Mit offenen Augen durch das Leben gehen, heißt auch, mit offenen Ohren und mit offenem Herzen.“ Ein Appell, den ich mir für 2020 definitiv hinter die Ohren schreiben werde – danke, Karin, für die Inspiration! Den gesamten Blogpost findest du auf Buchgefieder.

Worte sind magisch – oder nicht?

Eine ganz andere, nicht minder interessante Sichtweise auf das Blogparadenthema hat Alexander von rechnungswesenlehrer: „Ich finde Worte nicht magisch. Gute Formulierungen, ein guter Rhythmus, eine gute Mischung von Wörtern, das kann lehrreich sein, instruktiv, inspirierend, romantisch. Aber magisch? Nein.“ Man könnte jetzt meinen, dass Alexander als Controller und Dozent für Rechnungswesen sowieso eher dem Klischee eines sachlichen Typen entspricht, der nicht viel für Magie übrig hat.

Aber wer so wunderschöne Worte wie „Tüdelüt“ benutzt und sich sowohl von Lucky Luke wie auch Stevie Nicks und Thornton Wilder inspirieren lässt, der hat auf jeden Fall einen Sinn für Poesie im Alltag. Den ganzen Blogbeitrag mit dem Titel „Worte sind magsich – oder nicht?“ findest du auf rechnungswesenlehrer.de

Worte werden mit Tönen perfekt

…sagt Doris von „Meine Sicht der Welt“: „Für mich werden Worte mit Tönen perfekt. Ich liebe gute Liedtexte, fühle das Gesungene ganz tief drin. Ein Songpoet beschert mir Gänsehaut, treibt mir Tränen in die Augen und lässt mich glückselig lachen.“ Für Doris entfalten Worte ihre ganz besondere Magie, wenn sie vorgelesen werden und durch die Klangfarbe der Stimme einen ganz eigenen Charakter bekommen.

Mit dieser Sichtweise ist Doris sicher nicht allein – ich liebe das geschriebene Wort, aber genauso sehr kann ich mich für Worte begeistern, wenn sie vorgelesen oder gesungen werden, sei es in der Poesie, in der Musik oder wenn Autoren ihre eigenen Bücher als Audiobook vorlesen. Den ganzen Beitrag zur Blogparade #wortesindmagisch findest du auf Meine Sicht der Welt.

Worte erzeugen Bilder und Gefühle

Gleich zwei Beiträge zu meiner Blogparade behandeln das Zusammenhang von Worten und Bildern – allerdings in unterschiedlicher Betrachtungsweise. Sovely von MurmelMeister nähert sich dem Thema aus unterschiedlichen Richtungen und liebt es, zu beobachten, wie Botschaften ausgesendet und empfangen werden: „Wenn man Sprecher und Zuhörer betrachtet, dann ist es spannend, wie Worte gesagt werden und was alles drumherum stattfindet, bis sie vom Empfänger aufgenommen sind.“ Solvely glaubt an die Magie der Worte und deren Kraft: „Es freut mich, wenn ich spüre, dass Worte einen erreichen und berühren. Es lässt mein Herz hüpfen, wenn Worte Leidenschaft und Kreativität transportieren, wenn sie erfrischend sind, ehrlich, pur, konzentriert. Worte können automatisch Bilder und Gefühle erzeugen.“ Den ganzen Beitrag findest du auf MurmelMeister.

Ola von Alt werden is nix für Weicheier hat interessante Gedanken über das Zusammenspiel von Worten und Bildern aufgeschrieben: „Bilder können einen Text bebildern, unterstreichen, erklären. Viel spannender finde ich, was  Text mit einem Bild machen kann.“ Ola verbindet Bilder mit Poesie und daraus entsteht eine ganz eigene Magie: „Als am Ende eines langen, entsetzlich grauen Regentages der Himmel aufriss, entstanden wirklich wilde Lichtbilder. Ich gab ihnen mit Worten den Anstrich von Wut und Verzweiflung, aber auch von Macht, dann es sind auch mächtige, kraftvolle Bilder.“ Den gesamten Beitrag findest du hier.

Durch Worte eine magische Verbindung zum Leser herstellen?

Wie das geht, weiß Anna von Anna Koschinski Kommunikation. Anna ist Schreib-Coach und weiß ganz genau, wie mit Worten die Brücke vom Autor zum Leser geschlagen wird. Ganz wichtig dabei: deine Worte, so wie du sprichst, ohne Maske und künstliche Aufgeblasenheit. Dann klappt’s auch mit der Verbindung: „Ich jedenfalls bin felsenfest davon überzeugt, dass Worte magisch sind. Aber nicht Worte von jedem für jeden. Meine sind es für meine Leser. Und je offener ich blogge, umso stärker wird das Match. Dann zeigt sich, dass meine Sprache, meine Worte andere Menschen berühren.“

Man könnte auch sagen: Du kannst es nicht allen Recht machen, du bist keine Avocado. Oder, wie Anna es eleganter ausdrückt: „Vertrauen wir aber darauf, dass es für alle genug passende Leser gibt, dann müssen wir uns nicht verstellen. Die Leser, die deine Sprache sprechen, kommen dann magisch zu dir, wenn du authentisch schreibst und dich zeigst, wie du bist.“ Annas kompletten Blogpost findest du hier.

Magische Worte, die unsere Welt definieren

Dass man mit Worten eine Brücke bauen kann, das findet auch Martina von Marieko. Aber nicht nur: „Mit Worten kann ich reisen, träumen, lernen, mich verständigen, trösten, wachsen. Sie können aber auch fehlen, verwirren und verletzen. Mit Sprache kann ich für Distanz sorgen oder Brücken bauen.“ Großartig finde ich dabei auch Martinas Aufruf, auf die Kraft der Worte zu setzen, „anstatt mit immer mehr Emojis unseren Gefühlen ein comicmäßiges Gesicht zu geben“.

Was ich aus Martinas Blogpost als wertvollen Input mitnehme, ist,  dass es beim Gedankenkarussell, dass ich auch so gut kenne, ein ganz besonderes magisches Wort gibt – nämlich Stopp. Und die zwei magischen Worte überhaupt, die unsere Welt definieren: „Ich bin“.  Martinas lesenswerten Beitrag zu meiner Blogparade findest du auf Marieko.

Die Magie der Worte treibt auch manchmal Schabernack

…sagt Anja von Annuschkas Northern Star, und die muss es wissen, schließlich ist sie Buchhändlerin: „Wer einmal der Poesie schlecht übersetzter Anleitungen für Staubsauger, Akkuschrauber und Co. verfallen ist, der ist verloren.“ Doch Anjas Beitrag ist nicht nur lustig, er beschäftigt sich auch mit dem Konflikt, den der Titel meiner Blogparade in sich trägt: 

„Magie ist und bleibt eine zwiespältige Sache. Wie es in ungezählten Fantasy-Romanen oder Märchen gute oder schlechte Zauberer gibt, so ist es auch in der Welt der Worte. Medien sind voll davon, die „sozialen“ Netzwerke erst recht. Worte, die spalten statt Menschen zu verbinden, die ausgrenzen statt das Miteinander zu fördern, die zum Töten anstiften statt dem Frieden zu dienen!“ Vielen Dank Anja für den Blick auf die andere Seite der Medaille! Den Beitrag dazu findest du hier (da Anjas Blog wie ein Tagebuch aufgebaut ist, musst du bis zum 3. Dezember scrollen).

Fazit: Gibt es die magische Kraft der Worte?

Meine Erkenntnis aus der Blogparade: es gibt die magische Kraft der Worte. Und es gibt sie nicht. Worte sind das, was wir aus ihnen machen – und doch haben sie ihre ganz eigene Identität, die wir je nach kultureller und sozialer Prägung, nach Erlebtem, Erlentem oder Geerbtem unterschiedlich aufnehmen und interpretieren. Ich konnte aus den Beiträgen der Blogparade #wortesindmagisch sehr viel Neues für mich Mitnehmen und bedanke mich aus vollstem Herzen für dieses Feuerwerk an Inspiration!

Die magische Kraft der Worte – Zusammenfassung meiner Blogparade #wortesindmagisch

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