Geständnisse einer Reisetexterin – von verpassten Flügen, verlorenen Koffern, heiß geliebten Reiseutensilien und Cat Content. Vielleicht interessiert es dich ja, wie eine Reisetexterin reist. Vielleicht willst du dich aber auch nur über meine Missgeschicke auf Reisen kaputt lachen oder dich durch meine Geschichten für deine nächste Reise inspirieren lassen. Viel Spass mit meinen Reisegeschichten und -geheimnissen.

1. Ein spontaner Mallorca-Trip hat mich mal ein Semester gekostet

Berlin-Friedrichshain, eine WG und zwei mit ihrem Leben mäßig zufriedene Mitbewohner. An einem Abend mit etwas zu viel Wein buchen mein damaliger Mitbewohner und ich spontan via „Superlastminute“ einen Flug nach Palma. Ich wollte mich vor einer Statistik-Klausur in meinem Studium drücken, er hatte keinen Lust auf Frühschicht in der Autowerkstatt. In diesem Urlaub entscheidet mein Kumpel: hier bleibe ich. Die Folgen unseres Balearentrips: sowohl die Klausur als auch das Semester durfte ich wiederholen. Dafür habe ich jetzt einen Freund, der zwei Minuten vom Strand entfernt wohnt – mit Gästezimmer.

2. Ein Lonely-Planet Tokio steht unbenutzt in meinem Bücherregal

„Frau Wickert, Sie steigen nicht in dieses Flugzeug,“ sagte die Dame am Aeroflot-Schalter in Berlin-Schönefeld freundlich, aber bestimmt. Der Grund? Studentin Sandra wollte mit einem Reisepass fliegen, der schon eine ganze Weile abgelaufen war. Ein Ersatzdokument war so schnell nicht zu beschaffen, zudem wäre das aufgrund eines Transit-Aufenthalts in Moskau schwierig geworden. So wurden aus zwei Wochen Tokio eine Woche Bayernurlaub, bei den Eltern des Freundes, mit dem ich nach Japan wollte. Das ist jetzt über 15 Jahre her und seitdem war ich immer noch nicht in Tokio! Braucht vielleicht jemand einen Vintage-Lonely-Planet?

3. In Ljubljana habe ich mein Apartment nicht verlassen

Ljubljana, die Perle Europas! Unzählige Parks und Grünflächen, eine wunderschöne Altstadt, überall Cafés und jede Menge Geschichte und Museen. Warum sollte man diese Stadt nicht genießen können? Tja, weil man klugerweise all seine warmen Klamotten inklusive der Jacke ins Aufgabegepäck gegeben hat und dann der Koffer verschwunden ist. Vier Tage Ljubljana mit einem Temperatursturz und der Tatsache, dass an Ostern dort so gut wie alles geschlossen hatte. Seitdem habe ich noch eine Rechnung mit Ljubljana offen – und reise, wenn es geht, fast nur noch mit Handgepäck.

4. In Seoul kam ich an meine körperlichen Grenzen

Wenn ich reise, dann muss ich mir den neuen Ort erlaufen. Erst wenn ich die Gegend in Laufschuhen erkundet habe, bin ich dort angekommen. Als ich vor ein paar Jahren meine ausgewanderte Freundin in Seoul besuchte, habe ich mir also gleich eine Laufgruppe gesucht. Allerdings hatte ich in der Beschreibung überlesen, dass die Laufstrecke Seouls Hausberg Namsan hoch und runter geht. Mehrfach. Ich glaube, ich habe noch nie so viel geflucht bei einem Lauf. Weitaus entspannter war da der ungefähr siebzigjährige Koreaner, der diesen Berg seilspringend hochgerannt ist. Rückwärts.

5. Nicht ohne mein Getreidekissen

Ich reise ja gern so minimalistisch wie möglich und habe es mittlerweile richtig gut drauf, effizient zu planen und zu packen. Okay, ich bin noch nicht so schlimm wie Fernwanderer, die sogar ihre Zahnbürsten kürzer sägen um Gewicht zu sparen, aber es darf wirklich nur das Notwendigste mit. Bis auf eine einzige Ausnahme: mein Getreidekissen. Gekauft auf dem Markt am Winterfeldtplatz in Berlin-Schöneberg und seitdem heiß geliebt. Das Gute daran: es passt sich nicht nur ideal jeder Schlafunterlage an, sondern raschelt auch so schön, wenn man sich darauf bewegt. So kann ich auch auf dem Langstreckenflug das Meer rauschen hören.

6. Mein Happy Place ist eine Bank auf einer Halbinsel in Schottland

..und das Széchenyi-Bad in Budapest, der Primrose Hill in London, das Estadio Vicente Calderón in Madrid (solange es das noch gibt), Tom’s Deli in Norwalk/Connecticut, die Promenade in Molinar/Mallorca, die Nekropolis in Glasgow, das Dean Village in Edinburgh, der Oberuckersee, die Seebrücke in Binz auf Rügen und eben diese Bank auf einer Halbinsel in Schottland. Kennst du das: bestimmte Orte, an denen du dich augenblicklich zu Hause fühlst und an die du immer wieder gerne zurückkehrst?

7. Ich bin eine der „120 world’s leading digital travel influencers

Völliger Quatsch, bin ich natürlich nicht. Nicht mal eine von 120.000 würde ich mal sagen. Denn a) sehe ich mich nicht als Influencerin, sondern als Bloggerin (darüber könnte ich einen komplett eigenen Artikel schreiben) und b) bin ich mit meinen beiden Reiseblogs zwar gut dabei, spiele aber noch lange nicht bei den Großen mit. Den etwas reißerischen Titel erhielt ich als eine der Teilnehmerinnen beim Influencer Speed Networking auf der Londoner Reisemesse World Travel Market. Dort treffen Blogger auf Touristiker und sprechen über mögliche Kooperationen. Aber gut, was nicht ist, kann ja noch werden – warten wir mal ab, was 2019 so bringt!

8. Aber eigentlich will ich ja nur Scones backen

Doch, ich liebe das, was ich tue. Ich erstelle gerne Content mit Mehrwert, für meine Kundinnen und Kunden in der Reisebranche und natürlich auch für mich selbst. Ich liebe es, Geschichten von unterwegs zu erzählen und Leuten Lust auf das Reisen zu machen. Auch im Urlaub ist mein Laptop immer dabei, denn es gibt immer irgendwas, dass ich aufschreiben und der Welt mitteilen will. Aber manchmal wünsche ich mir, Scones-Bäckerin in einem winzig kleinen Ort in Großbritannien zu sein und die Menschen nicht mit meinen Worten, sondern mit meinen Backkünsten glücklich zu machen.

9. Ich muss immer erst zum Bäcker

Apropos backen: wenn ich reise, bin ich immer auf der Suche nach der lokalen Gebäckspezialität. Wer macht den besten Kuchen, welcher Bäcker backt das beste Brot oder welches süße Teilchen gibt es nur in genau diesem Ort? Dafür habe ich auf meinem kulinarischen Laufreiseblog Tracks and the City eine eigene Rubrik eingerichtet: unter „Bakes and the City“ berichte ich über fränkische Blöchla, Madrider Nonnenkekse und die wahre Herkunft der Schwarzwälder Kirschtorte. Tipps Willkommen!

10. Mein schönster Urlaub: 1 Woche als Welpensitterin in Schottland

Okay, DEN schönsten Urlaub gibt es bei mir genau so wenig wie DAS beste Reiseziel. Es gibt einfach so viele wunderschöne Dinge und Orte auf dieser Welt zu entdecken. Einer der Urlaube, die mir aber für immer als wunderschön im Gedächtnis bleiben werden, war eine Woche in Scottish Borders. Über die Plattform workaway (eine Plattform für Work & Travel) fand ich gratis Unterkunft und Logis gegen Mithilfe bei der Versorgung achtwöchiger Cocker-Spaniel-Welpen. Das war gar nicht mal so wenig Arbeit (ein andauerndes Gewusel und Gepiesel), aber so ziemlich das erfüllendste, was ich auf Reisen jemals erlebt habe. Zudem habe ich mich in die wunderschöne Gegend der Scottish Borders verliebt, die im Gegensatz zu anderen Orten in Schottland touristisch noch weitgehend unbekannt ist.

11. Meine Unterkunft suche ich nach Cat-Content aus

Meine Unterkünfte auf Reisen sind unterschiedlich. Mal ist es ein Hotel, dann wieder eine Pension oder ein Hostel und hin und wieder darf es auch mal ein Zelt sein. Wenn ich ein Apartment buche, sei es über eine Ferienwohnungs-Plattform oder über ein Haustauschportal, dann schaue ich nach zwei Dingen: 1. Gibt es WIFI und 2. Ist ’ne Katze dabei? Tatsächlich gibt es gar nicht mal so wenige Unterkünfte, in denen auch eine Katze wohnt, die es zu versorgen gilt. Warum hat das noch niemand als Nische entdeckt? Tschüss Bed & Breakfast, Hello Cat & Breakfast! In logischer Konsequenz habe ich mich jetzt auch für ein Katzensitter-Portal angemeldet.

So, die Katze ist aus dem Sack, das waren meine zehn mehr oder weniger geheimen Reisefakten über mich. Mit diesem Artikel nehme ich an der Blogparade von Birgit Schulz – Marketingzauber teil, die uns aufgerufen hat, unsere Geheimnisse zu teilen. 

Jetzt bin ich natürlich gespannt über deine geheimen Fakten, deine Reiseroutinen, Happy Places und Reisehacks. Erkennst du dich in einigen Punkten wieder? Und falls du Hilfe bei der Erstellung von touristischem Content und Reisegeschichten brauchst, dann schau doch mal hier.

Vielen Dank an Tatiana Tronecker/The Happy Jetlagger für das Foto!

11 Reisegeschichten und Geheimnisse über mich

4 Gedanken zu „11 Reisegeschichten und Geheimnisse über mich

    • 8. Januar 2019 um 14:56
      Permalink

      Punkt 12: Mathe war nie meine Stärke ;))

      Antworten
  • 8. Januar 2019 um 19:35
    Permalink

    Hallo Sandra,
    hach! Reisen! Deine Reisegeheimnisse haben mich sofort verzaubert. Ich war tatsächlich auch schon mal in Cromarty, die Bank kenne ich aber (leider) nicht! Einmal haben wir in der Nähe von Beauly gewohnt, das letzte Mal auf der „dunklen“ Seite von Loch Ness und natürlich führten uns etliche Tagestouren auch wieder in die Black Isle Gegend. Wunderschön, mein Herz habe ich allerdings an Lochaber und Ardnamurchan verloren. Herzlichen Dank für Deine Teilnahme an meiner Blogparade!
    Beste Grüße
    Birgit

    Antworten
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