Ihr Opa hat es ja schon immer gewusst, doch Dorit Flor musste erst einige Umwege gehen, bis sie ihre Passion auch beruflich ausleben konnte. Heute arbeitet die „dunkelbunte“ Hamburgerin als Texterin für die etwas anderen Themen.

7 Fragen, 7 Antworten

Ich habe gefragt und Dorit Flor hat geantwortet.

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Texterin Dorit Flor / Foto: Axel Vetter/Archipel Videoproduktion

Mein Werdegang in fünf Stationen

1. Märchen und fliegende Katzen: Schon als kleines Mädchen hab ich mich in die geschriebene Sprache verliebt. Vor dem Einschlafen bekam ich von meinen Großeltern ganz oft Märchen vorgelesen. Als ich herausfand, dass all diese Geschichten irgendwann mal von jemandem erfunden wurden und mit Buchstaben aufs Papier gebannt worden sind, damit sie nicht verloren gehen, wusste ich: Das will ich auch können! Meine erste eigene kleine Geschichte handelte von einer Katze, die fliegen wollte. Für dieses Beinahe-Opus gab’s einen Schulterklopfer von Opa, gefolgt von dem Kommentar: „Jo, könnt was werden. Weiter so!“ Ich hab ihn beim Wort genommen. 

2. Im Universum falsch abgebogen: Als Jugendliche merkte ich schnell, dass ich irgendwie anders ticke als meine Zeitgenossen. Statt für Boygroups, Fußball oder die neuesten Trends begeisterte ich mich für Geister, Hexen, Vampire und Drachen, las lieber Fantasy- und Science-Fiction-Romane als die Bravo und verlor mich lieber in meinen eigenen mystischen Welten, als im Jugendzentrum abzuhängen. Zum Glück stellte ich bald fest, dass noch andere eigentümliche Geister in der Welt herumschwirren und ich doch nicht auf dem falschen Planeten gelandet war. Ich kam mit der schwarzen Szene in Kontakt und fühlte mich sofort gut aufgehoben. Also bin ich einfach da geblieben.

3. Bildungsparadies: Meine Eltern wollten, dass ich eine „vernünftige“ Ausbildung mache und Geld verdiene. Daher lernte ich nach dem Abi erst mal, Speditionskauffrau zu sein. Das war nicht besonders aufregend. Nach Abschluss der Lehre erfüllte ich mir dann doch meinen Traum vom Studium und schrieb mich an der Uni für Germanistik und Gebärdensprachen ein. Hier durfte ich mich mit so tollen Sachen wie den Artusromanen, kritischer Diskursanalyse und den Zusammenhängen von Sprache und Bewusstsein beschäftigen. Es gab sogar eine Vorlesung über Sprachmagie. Ich war im Paradies!

4. Mit Worten arbeiten: Danach ging es gleich in Richtung Text. Ich schlug den üblichen Weg ein: Praktikum, PR-Volontariat, Festanstellung. Die Arbeit selbst war ganz schön: Ich durfte tun, was ich liebte und gut konnte. Obendrauf lernte ich viele neue Dinge und Phänomene kennen, z. B. Pressemitteilungen, Keywords und die Eigenheiten des Online-Marketings. Allerdings fühlte ich mich in den meisten Agenturen genauso fehl am Platz wie früher in der Schule.
Starre Arbeitszeiten, unflexible Strukturen und Fremdbestimmung passen einfach nicht zu mir und machen mich unglücklich. Also hab ich beschlossen, mein eigenes Ding zu machen.

5. Ich und die Geister: Im Juli 2017 hab ich dann die Klopfecke gegründet. Allen, die sich das jetzt fragen, kann ich schon verraten: Nein, das hat absolut nichts mit EFT zu tun! 😉
Ich wollte einfach ein verspieltes, leicht mystisches Branding haben, das meiner Persönlichkeit entspricht. Denn wie die meisten Leute, die sich selbstständig machen und etwas Eigenes aufbauen wollen, möchte ich mit Menschen zusammenarbeiten, die zu mir passen, meine Werte und vielleicht auch ein Stückchen meiner Weltsicht teilen.
Deshalb gibt es in meinem Business Klopfgeister. 

Meine Nische

Als dunkelbunte Wortliebhaberin schreibe und lektoriere ich am liebsten Texte für UnternehmerInnen, die gern abseits des Mainstreams unterwegs sind. Portale, Shops und Magazine mit Angeboten für Gothics, Metalfans, Mittelalter-Nostalgiker, RollenspielerInnen oder DampferInnen sind mir ebenso willkommen wie Künstler, kreative DienstleisterInnen und Leute mit spirituellen Angeboten.

Darum ging’s in meinem ersten Auftrag

Mein allererster Auftraggeber hat mich tatsächlich über XING gefunden. Für den durfte ich die Texte auf der Karriere-Website eines großen Getränkekonzerns lektorieren. Ich war gerade ganz frisch selbstständig und hatte noch kein Branding, keine Website, nix. Da war dieser Auftrag natürlich super und hat meinem Selbstbewusstsein echt gut getan. Heute würde mich eine solche Anfrage wohl nicht mehr aus der Klopfecke locken.

Dieser Text hat mir am meisten Spaß gemacht

Ende letzten Jahres durfte ich die Texte für einen coolen Upcycling-Shop optimieren, mit Keywordrecherche, Lektorat und allem, was dazugehört. Das war großartig! Mit dem Shop haben sich zwei Webdesigner, die ich schon länger kenne, einen Traum erfüllt und die Zusammenarbeit hat eine ganz wunderbare Energie mit sich gebracht. Nächste Woche eröffnen die beiden sogar einen eigenen kleinen Laden. 

Auf diesen Text bin ich besonders stolz

Eigentlich gibt es da zwei Projekte, auf die ich besonders stolz bin: Für eine PR-Agentur, mit der ich schon länger zusammenarbeite, darf ich aktuell gerade zwei Fachartikel zum Thema Lichtarchitektur schreiben. Und ich durfte die Website einer Tantramasseurin betexten.

Das würde ich gerne mal texten

Oh wow, da gibt’s so viele Traumprojekte. Eine Reportage über’s M’era Luna wäre schon cool. Ich würde auch unheimlich gern mal die Texterstellung für ein MMORPG übernehmen. Ein Artikel über Sprachmagie würde mich auch ganz schön glücklich machen. Vielleicht schreib ich einfach einen für meinen eigenen Blog … 😉 

Wenn ich nicht texte, dann….

… treibe ich mich auf Mittelaltermärkten, Festivals oder aufregenden Conventions herum, jogge durch den Stadtpark (super Sport für Freigeister), schaue mit meinem Herzallerliebsten abgefahrene Serien oder sitze mit einem guten Buch in der gemütlichen Sofaecke.

Hier erfährst du mehr über Dorit Flor

Texterinterview „In her Own Words“

In der Interview-Serie stelle ich Texterinnen, deren Arbeit ich sehr schätze, immer die gleichen sieben Fragen. Die Texterinnen antworten in ihren eigenen Worten. Du bist Texterin und hast Lust, hier zu erscheinen? Dann schreibe mir eine Nachricht.

In her own words: Dorit Flor

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